Der Nord-Ostsee-Kanal

16. Juni 2011

Die internationale Bezeichnung des Nord-Ostsee-Kanals lautet offiziell “Kiel Canal” und die Abkürzung, die in der nationalen Schifffahrt deutschlandweit gebräuchlich ist, lautet NOK. Der Kanal verbindet die Ostsee von der Kieler Förde mit der Nordsee bei der Elbmündung. Der NOK ist eine offizielle Bundeswasserstraße und die meistbefahrene künstlich angelegte Wasserstraße der Welt, misst man es an der Zahl der Schiffspassagen pro Jahr. Mit einer Länge von fast 100 km durchquert der NOK von Südwesten nach Nordosten das gesamte Land Schleswig-Holstein. Er beginnt in Brunsbüttel und trifft bei Kiel-Holtenau auf die Ostsee. Er erspart den ihn passierenden Schiffen einen 900 km langen Weg durch das Kattegat und das Skagerrak um die nördliche Spitze Dänemarks herum. Der heutige NOK wurde 1895 eröffnet und wurde damals nach dem deutschen Kaiser Wilhelm benannt. Er trug diesen Namen bis zum Jahre 1948.

Der NOK ist ein spiegelgleicher Kanal. Das heißt, währen seines ganzen Verlaufes wird er nicht von wasserbaulichen Einrichtungen unterbrochen. Lediglich an seinen Enden wird er gegen die Nordsee und gegen die Ostsee durch Schleusen vor den schwankenden Wasserständen beider Meere abgeschlossen. Offiziell gehört der Kanal zum Flusssystem der Elbe. Der Kanal hat eine durchschnittliche Breite von 162 m, an einigen wenigen Stellen ist er nur 102 m breit. An seiner Sohle ist er 90 bzw. 44 m breit. Seine Tiefe beträgt 11 m. Die Zahl der jährlich den Kanal befahrenden Schiffe schwankt je nach Wirtschaftslage zwischen 35 000 und knapp 50 000. Das größte Schiff, das jemals den Kanal passiert hat, war 225 m lang, 32 m breit und hatte einen Tiefgang von 7,30 m. Natürlich gelten auch auf dem NOK Verkehrsvorschriften, die in der Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung festgehalten sind. In Abhängigkeit von der Größe und der Breite der Schiffe sowie derer Geschwindigkeit sind die Regeln für das Passieren bzw. Überholen teilweise recht kompliziert. Die Zeit, die ein gewöhnliches Schiff für die Passage durch den gesamten Kanal benötigt liegt normaler Weise zwischen 6 und 8 Stunden. Verschiedene kleinere Schiffe dürfen den Kanal als Freifahrer passieren, größere Schiffe sind dazu verpflichtet, einen Kanallotsen an Bord zu nehmen. Dies ist nur dann nicht erforderlich, wenn der Schiffsführer ein entsprechendes Patent als Lotse vorweisen kann. Der NOK wird von 9 Eisenbahn-, Autobahn- und Straßenbrücken überquert, unterquert wird er von 3 Tunneln und es gibt 14 kostenfreie Fähren. 4 Hochspannungsleitungen überspannen den Nord-Ostsee-Kanal.

Glücksburg mit Schloss und Rosen so weit das Auge reicht

17. Februar 2011

Wer seinen Urlaub im schönen Schleswig Holstein verbringt, der bekommt ohnehin viel schönes, manch ulkiges, jede Mange faszinierendes und ganz viel beruhigend natürliches zu Gesicht. Der hohe Norden hat einfach eine Ausstrahlung, die uns durchatmen und ein bisschen zur Ruhe kommen lässt. Wer den Ortseingang des kleinen Städtchens Glücksburg passiert, hat viele Gründe zu lächeln, denn der Name ist noch längst nicht das schönste an diesem norddeutschen Städtchen. Erst einmal müssen Sie natürlich das Schloss Glücksburg besuchen, das im 16. Jahrhundert erbaut wurde und seitdem Schlachten, Wirren und Kriegen tapfer standhält. Auch für diejenigen, die alten Gebäuden nicht so viel abgewinnen können, ist dieses Schloss wirklich einen Besuch wert, da Prunk und offensichtlich schon Jahrhunderte Altes in einem interessanten Zusammenspiel eine ganz eigene Atmosphäre schaffen.
Nach diesem Touristenmagneten hat die Stadt Glücksberg aber noch eine weitere, ganz andere, aber ebenso beliebte Attraktion im Ärmel. Denn nicht nur das Schloss, sondern auch der dazu gehörige Schlosspark hat es in sich. Denn ab Juni bis etwa September manchmal sogar bis zum Oktober entsteht hier das so genannte Rosarium von Glücksburgs. Die Umgestaltung des über einen Hektar großen Areals dauerte bis 1991 und inzwischen erblühen dort vom Frühsommer bis zum Herbst unglaubliche 550 verschiedene Rosensorten. Die entstehende Farben- und Formenvielfalt lässt sich wirklich nur schwer in Worte fassen und auch gebürtigen Glücksburgern verschlägt dieses Blütenmeer zu seiner Hochphase regelmäßig die Sprache. Kletterrosen blühen mit Wildrosen um die Wette und die Sammlung der Englischen Rosen ist sogar die größte in ganz Deutschland. Bei einem Spaziergang durch die verschlungenen Wege, die im Zusammenspiel mit den stets perfekt in Form gehaltenen Hecken, einem kleinen malerischen Teich und für einen ordentlichen Rosenbusch schon fast obligatorischen Begleitplfanzen wie Salbei und Clematis einen fast verwunschen wirkenden Ort der Ruhe schaffen, kann man kaum anders, als sich zu entspannen und die Sorgen eine Zeit lang Sorgen sein zu lassen. Dieses kleine Paradies aus Rosen und Idylle sucht wirklich seinesgleichen und macht einen Besuch in Glücksburg mehr als bezahlt – nicht dass ein Besuch sich ohne Rosarium nicht lohnen würde!